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Leseverstehen – Test 1

B2 Gute Mittelstufe LeseverstehenDeutsch

Dieser Test zum Leseverstehen auf Niveau B2 enthält drei Originaltexte unterschiedlicher Textsorten: einen Zeitschriftenartikel über Repair-Cafés, eine formelle E-Mail der Stadtbibliothek und eine Kurzgeschichte, die in einem verspäteten Zug spielt. Die 20 Multiple-Choice-Fragen prüfen globales und detailliertes Verstehen, das Erschließen von Informationen zwischen den Zeilen sowie Wortschatz im Kontext. Der Test eignet sich für Lernende auf fortgeschrittener Mittelstufe, die sich auf B2-Prüfungen vorbereiten, und für Lehrkräfte, die einen druckfertigen Test brauchen.

Fragen
20
Zeit
40 Min.
PDF
6 Seiten
Lösungen
Enthalten
  • 100 % kostenlos
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Lesen Sie jeden Text aufmerksam und wählen Sie bei jeder Frage die richtige Antwort (A, B, C oder D). Wählen Sie Ihre Antworten und klicken Sie auf „Antworten prüfen“.

Teil 1: Zeitschriftenartikel

Lesen Sie den Artikel über Repair-Cafés und beantworten Sie die Fragen 1–7.

Reparieren statt wegwerfen

Samstagnachmittag in einem Gemeindezentrum am Stadtrand: An langen Tischen sitzen Menschen jeden Alters, vor ihnen liegen Toaster, Lampen, Fahrräder und Kleidungsstücke. Was auf den ersten Blick wie ein Flohmarkt aussieht, ist ein sogenanntes Reparaturcafé. Hier helfen ehrenamtliche Fachleute Besucherinnen und Besuchern dabei, defekte Gegenstände wieder in Gang zu bringen – kostenlos, nur eine Spende für Kaffee und Kuchen ist willkommen.

Die Idee ist nicht neu, hat in den letzten Jahren aber deutlich an Bedeutung gewonnen. Allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als tausend solcher Initiativen. Ein Grund dafür ist das wachsende Umweltbewusstsein: Viele Menschen ärgern sich darüber, dass Geräte oft schon nach wenigen Jahren kaputtgehen und eine Reparatur beim Hersteller teurer wäre als ein Neukauf. „Das ist nicht nur eine Frage des Geldes“, sagt Jonas Albrecht, der seit vier Jahren als Elektriker im Café mitarbeitet. „Jedes Gerät, das wir retten, muss nicht neu produziert und nicht entsorgt werden.“

Doch es geht um mehr als Technik. Wer hierherkommt, soll nicht einfach sein Gerät abgeben und später abholen. Die Besucher sitzen mit am Tisch, schauen zu und packen selbst mit an. „Viele sind überrascht, wie wenig oft fehlt“, erzählt Albrecht. „Manchmal ist es nur ein lockeres Kabel oder eine verstopfte Düse.“ Ziel ist es, den Menschen die Angst vor dem Schraubenzieher zu nehmen.

Nicht jede Reparatur gelingt allerdings. Etwa ein Drittel der Gegenstände kann nicht gerettet werden, häufig weil Ersatzteile fehlen oder die Geräte so gebaut sind, dass man sie kaum öffnen kann. Die Initiativen wünschen sich deshalb seit Langem, dass Hersteller Ersatzteile über viele Jahre anbieten und Anleitungen öffentlich zugänglich machen. Einige Firmen haben inzwischen reagiert – für viele Engagierte ein wichtiger, wenn auch nur erster Schritt.

Für Besucherin Mira Yilmaz, die heute mit ihrer alten Nähmaschine gekommen ist, zählt vor allem die Atmosphäre. „Ich hätte das Ding nie allein aufgeschraubt“, sagt sie und lacht. „Jetzt weiß ich, wie es geht – und ich habe drei nette Nachbarn kennengelernt.“

  1. Welche Überschrift fasst den Text am besten zusammen?

  2. Was müssen die Besucher für eine Reparatur bezahlen?

  3. Was meint Jonas Albrecht mit dem Satz „Das ist nicht nur eine Frage des Geldes“?

  4. Im dritten Absatz heißt es, die Besucher „packen selbst mit an“. Das bedeutet, sie …

  5. Warum kann etwa ein Drittel der Gegenstände nicht repariert werden?

  6. Was ist laut Text ein wichtiges Ziel der Reparaturcafés?

  7. Was lässt sich über Mira Yilmaz sagen?

Teil 2: Formelle E-Mail

Lesen Sie die E-Mail der Stadtbibliothek und beantworten Sie die Fragen 8–14.

Betreff: Umbau der Stadtbibliothek – was sich für Sie ändert

Liebe Leserinnen und Leser,

wie Sie vielleicht bereits aus der Lokalzeitung erfahren haben, wird unsere Zentralbibliothek ab dem 3. März umfassend modernisiert. Das Gebäude stammt aus den Siebzigerjahren und entspricht in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen: Die Heizung verbraucht zu viel Energie, es fehlen Arbeitsplätze mit Stromanschluss, und für Menschen im Rollstuhl ist der Zugang zum Obergeschoss bisher nur eingeschränkt möglich. Nach dem Umbau, der voraussichtlich bis Ende September dauern wird, soll sich das ändern.

Uns ist bewusst, dass die Schließung für viele von Ihnen eine Umstellung bedeutet. Deshalb haben wir uns bemüht, möglichst viele Angebote aufrechtzuerhalten. Während der Bauarbeiten können Sie Medien in unserer Zweigstelle in der Lindenstraße ausleihen und zurückgeben. Dort werden die Öffnungszeiten ab März erweitert: Statt dreimal pro Woche ist die Zweigstelle dann von Montag bis Samstag geöffnet. Bitte beachten Sie, dass dort aus Platzgründen nur ein Teil unseres Bestands zur Verfügung steht. Titel, die Sie vor Ort nicht finden, können Sie über unseren Online-Katalog bestellen; sie werden innerhalb von drei Werktagen in die Lindenstraße geliefert.

Alle Medien, die Sie derzeit ausgeliehen haben, werden automatisch bis zum 15. März verlängert, damit niemand wegen der Umstellung Gebühren zahlen muss. Unser digitales Angebot mit E-Books, Hörbüchern und Zeitschriften bleibt selbstverständlich ohne Einschränkungen nutzbar.

Auch die beliebten Vorlesestunden für Kinder und der Gesprächskreis „Deutsch im Alltag“ fallen nicht aus. Sie finden bis auf Weiteres im Gemeindesaal gegenüber dem Rathaus statt. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte unserer Website.

Wir möchten die neue Bibliothek gemeinsam mit Ihnen gestalten. Wenn Sie Wünsche oder Ideen haben – etwa zu Gruppenräumen, Öffnungszeiten oder neuen Angeboten –, schreiben Sie uns gern bis zum 28. Februar an die unten stehende Adresse. Jede Rückmeldung wird gelesen.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und freuen uns darauf, Sie im Herbst in einem hellen, modernen Haus begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Katharina Brandt

Leiterin der Stadtbibliothek

  1. Was ist der Hauptzweck dieser E-Mail?

  2. Welcher Grund für den Umbau wird NICHT genannt?

  3. Was ändert sich ab März in der Zweigstelle Lindenstraße?

  4. Ein Leser sucht ein Buch, das es in der Lindenstraße nicht gibt. Was kann er tun?

  5. Warum werden die ausgeliehenen Medien automatisch verlängert?

  6. Die Veranstaltungen finden „bis auf Weiteres“ im Gemeindesaal statt. Was bedeutet das?

  7. Was möchte die Bibliothek mit dem vorletzten Absatz erreichen?

Teil 3: Kurzgeschichte

Lesen Sie die Kurzgeschichte und beantworten Sie die Fragen 15–20.

Der Zug nach Norden

Als der Zug zum dritten Mal auf offener Strecke hielt, klappte Tomasz sein Notebook zu. Die Präsentation war ohnehin fertig, und auf den Bildschirm zu starren, half ihm nicht, schneller in Hamburg anzukommen. Durch die Lautsprecher entschuldigte sich eine müde Stimme für die Verzögerung: eine technische Störung, Dauer unbekannt.

Ihm gegenüber saß eine ältere Frau, die seit der Abfahrt an einem Pullover strickte. Sie hatte bisher kein Wort gesagt, doch jetzt blickte sie auf und lächelte. „Wichtiger Termin?“ Tomasz nickte. „Um vier. Das schaffe ich wohl nicht mehr.“

„Wissen Sie“, sagte sie, ohne das Stricken zu unterbrechen, „ich bin früher jeden Tag gependelt, dreißig Jahre lang. Am Anfang habe ich mich über jede Minute Verspätung geärgert. Irgendwann habe ich angefangen, die Zeit als Geschenk zu betrachten. Niemand erwartet etwas von einem, solange der Zug steht.“

Tomasz musste lachen. Er dachte an seine Chefin, die sicher schon dreimal auf ihr Handy geschaut hatte. Dann schrieb er ihr eine kurze Nachricht, schlug vor, den Termin per Video zu beginnen, und legte das Telefon mit dem Display nach unten auf den Tisch.

Die Frau hieß Edith, und sie erzählte, dass der Pullover für ihren Enkel sei, der in Kanada studiere und behaupte, dort sei es nie kalt genug für Wolle. „Er wird ihn trotzdem tragen“, sagte sie bestimmt. Tomasz erzählte von seiner Großmutter in Polen, die ihm als Kind Socken gestrickt hatte, die ihm nie gepasst hatten und die er trotzdem jahrelang aufbewahrt hatte.

Als sich der Zug nach fast einer Stunde wieder in Bewegung setzte, war Tomasz beinahe enttäuscht. Ein Blick aufs Handy zeigte, dass seine Chefin einverstanden war. Kurz vor Hamburg packte Edith ihr Strickzeug ein und stand auf.

„Viel Erfolg heute“, sagte sie.

„Danke“, antwortete Tomasz. „Und grüßen Sie Ihren Enkel. Ich bin sicher, er trägt den Pullover.“

Auf dem Bahnsteig merkte er, dass er seit Wochen nicht mehr so ruhig gewesen war.

  1. Warum klappt Tomasz sein Notebook zu?

  2. Was meint Edith mit dem Satz, sie habe die Zeit „als Geschenk betrachtet“?

  3. Wie löst Tomasz das Problem mit seinem Termin?

  4. „Er wird ihn trotzdem tragen“, sagte sie bestimmt. Was bedeutet „bestimmt“ hier?

  5. Warum erzählt Tomasz von den Socken seiner Großmutter?

  6. Was lässt sich über Tomasz am Ende der Geschichte sagen?

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Über diesen Test

Dieser Test zum Leseverstehen auf Niveau B2 enthält drei Originaltexte unterschiedlicher Textsorten: einen Zeitschriftenartikel über Repair-Cafés, eine formelle E-Mail der Stadtbibliothek und eine Kurzgeschichte, die in einem verspäteten Zug spielt. Die 20 Multiple-Choice-Fragen prüfen globales und detailliertes Verstehen, das Erschließen von Informationen zwischen den Zeilen sowie Wortschatz im Kontext. Der Test eignet sich für Lernende auf fortgeschrittener Mittelstufe, die sich auf B2-Prüfungen vorbereiten, und für Lehrkräfte, die einen druckfertigen Test brauchen.

Themen

LeseverstehenZeitschriftenartikelFormelle E-MailKurzgeschichteSchlussfolgerungen ziehenWortschatz im KontextNachhaltigkeitAlltag

So nutzen Sie diesen Test

  1. Laden Sie das PDF herunter und drucken Sie es aus – oder machen Sie den Test unten online.
  2. Beantworten Sie alle Fragen ohne Wörterbuch und ohne Zeitdruck.
  3. Prüfen Sie Ihre Antworten und notieren Sie, was Sie wiederholen sollten.

Hinweise für Lehrkräfte

Planen Sie etwa 40 Minuten ein und lassen Sie die Lernenden jeden Text zunächst einmal global lesen, bevor sie die Fragen beantworten. Viele Aufgaben zielen auf typische Schwierigkeiten auf B2-Niveau: ausdrücklich genannte Details von Schlussfolgerungen zu unterscheiden, feste Wendungen wie "mit anpacken" oder "bis auf Weiteres" sowie mehrdeutige Wörter wie "bestimmt". Als Anschlussaufgabe können die Lernenden eine kurze Antwort auf die E-Mail der Bibliothek schreiben oder die Geschichte aus Ediths Perspektive nacherzählen.