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Reading Comprehension – Test 1

C1 Advanced ReadingGerman

This C1 German reading comprehension test has three original texts in different genres: a magazine feature, a formal workplace email and a literary short story. Twenty multiple-choice questions test gist, detail, inference, tone and vocabulary in context. It suits advanced learners preparing for C1 exams and teachers who need a ready-to-print assessment.

Questions
20
Time
45 min
PDF
7 pages
Answer key
Included
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Read each text carefully and choose the best answer (A, B, C or D) for each question. Choose your answers, then press “Check my answers”.

Part 1: Feature article

Read the magazine article about repair cafés and answer questions 1–7.

Kaputt heißt nicht wertlos

Samstagvormittag in einem ehemaligen Schulgebäude am Stadtrand: An langen Tischen sitzen Menschen über Toaster, Nachttischlampen und Fahrradlichter gebeugt, es riecht nach Lötzinn und Filterkaffee. Was auf den ersten Blick wie ein Hobbykeller wirkt, ist eines von inzwischen mehreren Tausend Reparaturcafés im deutschsprachigen Raum. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer ein defektes Gerät besitzt, bringt es vorbei und versucht, es gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wieder in Gang zu bringen. Bezahlt wird, wenn überhaupt, mit einer Spende.

Dass die Idee derart Anklang findet, hat weniger mit Nostalgie zu tun, als man vermuten könnte. „Die meisten kommen nicht, weil sie Geld sparen wollen“, sagt Leonie Brandt, die das Café seit sechs Jahren koordiniert. „Sie kommen, weil es sie ärgert, ein Gerät wegzuwerfen, an dem nur ein winziges Teil kaputt ist.“ Tatsächlich scheitern viele Reparaturen nicht an mangelndem Können, sondern an der Bauweise der Produkte: verklebte Gehäuse, Spezialschrauben, fest verbaute Akkus. Ersatzteile sind oft gar nicht erst erhältlich oder kosten fast so viel wie ein Neugerät.

Genau hier setzt die Politik inzwischen an. Auf europäischer Ebene wurde ein sogenanntes Recht auf Reparatur beschlossen, das Hersteller verpflichtet, Ersatzteile über einen längeren Zeitraum bereitzustellen und Reparaturanleitungen zugänglich zu machen. Kritikerinnen und Kritiker bemängeln zwar, die Regelungen gingen nicht weit genug und beträfen zunächst nur bestimmte Produktgruppen. Dennoch gilt der Schritt als Signal, dass Langlebigkeit künftig nicht mehr allein dem guten Willen der Unternehmen überlassen bleiben soll.

Für Leonie Brandt ist das Gesetz allerdings nur die halbe Miete. „Man kann Ersatzteile vorschreiben, aber nicht die Bereitschaft, sich mit einem Gegenstand auseinanderzusetzen“, sagt sie. In ihren Augen hat die Wegwerfmentalität auch damit zu tun, dass vielen Menschen das Gefühl abhandengekommen sei, Dinge selbst beeinflussen zu können. Wer erlebe, dass sich ein scheinbar hoffnungsloser Fall mit etwas Geduld beheben lasse, gehe anders aus dem Café hinaus, als er hineingekommen sei.

Dass nicht jede Reparatur gelingt, gehört dabei zum Konzept. Etwa ein Drittel der Geräte verlässt das Café so, wie es gekommen ist – mit dem Unterschied, dass die Besitzer nun wissen, woran es liegt. Manche bestellen anschließend das passende Teil und kommen beim nächsten Termin wieder. Andere entscheiden sich bewusst gegen eine Neuanschaffung und leihen sich das Gerät stattdessen in der Nachbarschaft.

Bemerkenswert ist auch, wer hier hilft. Neben pensionierten Elektrikern sitzen Studierende, eine Zahnärztin mit einer Vorliebe für Nähmaschinen und ein Fünfzehnjähriger, der sich auf Spielkonsolen spezialisiert hat. Was sie verbindet, ist weniger die Technik als die Freude daran, Wissen weiterzugeben. Oder, wie es einer der Älteren formuliert: „Früher hat man so etwas in der Familie gelernt. Heute lernt man es eben hier.“

Ob Reparaturcafés die Wegwerfgesellschaft tatsächlich verändern können, bleibt offen. Dass sie mehr reparieren als nur Toaster, steht für ihre Besucherinnen und Besucher außer Frage.

  1. Welche Aussage fasst den Text am besten zusammen?

  2. Warum kommen laut Leonie Brandt die meisten Besucherinnen und Besucher ins Reparaturcafé?

  3. Woran scheitern viele Reparaturen laut dem Text häufig?

  4. „Für Leonie Brandt ist das Gesetz allerdings nur die halbe Miete.“ Was bedeutet das?

  5. Was lässt sich aus Brandts Aussagen über die Wirkung eines Besuchs im Reparaturcafé schließen?

  6. Was trifft auf die Geräte zu, die im Café nicht repariert werden können?

  7. Was will die Autorin bzw. der Autor mit dem letzten Satz ausdrücken?

Part 2: Formal email

Read the email from a library director to her staff and answer questions 8–14.

Betreff: Pilotphase „Offene Bibliothek“ – Stand der Planung und nächste Schritte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie in der letzten Teamsitzung angekündigt, möchte ich Sie heute ausführlicher über die geplante Pilotphase der „Offenen Bibliothek“ informieren. Mir ist bewusst, dass das Vorhaben im Vorfeld für einige Verunsicherung gesorgt hat, und ich halte es für wichtig, dass Sie die Eckpunkte nicht über Umwege, sondern direkt von mir erfahren.

Ab dem 1. März wird unsere Zweigstelle im Nordviertel probeweise auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten zugänglich sein, und zwar montags bis samstags von 8 bis 22 Uhr. In den zusätzlichen Stunden ist kein Personal vor Ort; Nutzerinnen und Nutzer erhalten mit ihrem Bibliotheksausweis Zutritt und können Medien an den Selbstverbuchungsgeräten ausleihen und zurückgeben. Die bisherigen Servicezeiten bleiben ausdrücklich unverändert. Ich betone das, weil in den vergangenen Wochen offenbar das Gerücht kursierte, die Öffnung diene dazu, Stellen einzusparen. Das ist nicht der Fall – weder jetzt noch nach Ablauf der Pilotphase.

Worum geht es uns also? Zahlreiche Rückmeldungen, insbesondere von Berufstätigen und Studierenden, haben gezeigt, dass unsere Öffnungszeiten an deren Alltag vorbeigehen. Gleichzeitig suchen viele Menschen im Viertel nach einem ruhigen Ort zum Lernen oder Arbeiten, der nicht mit Konsumzwang verbunden ist. Diesen Bedarf wollen wir aufgreifen, ohne den Kern unserer Arbeit – Beratung, Veranstaltungen, Leseförderung – aus dem Blick zu verlieren.

Selbstverständlich sind noch nicht alle Fragen geklärt. Das betrifft vor allem die Sicherheit in den unbetreuten Stunden sowie den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die nach unserem derzeitigen Konzept erst ab 16 Jahren ohne Begleitung Zutritt erhalten sollen. Hierzu stehen wir im Austausch mit zwei Städten, die bereits Erfahrungen mit vergleichbaren Modellen gesammelt haben. Deren Erfahrungen fallen übrigens überwiegend positiv aus: Beschädigungen oder Diebstähle seien seltener als befürchtet aufgetreten.

Die Pilotphase ist zunächst auf zwölf Monate angelegt. Nach sechs Monaten werden wir eine Zwischenbilanz ziehen, in die neben den Nutzungszahlen auch Ihre Einschätzungen einfließen sollen. Ich möchte Sie daher bitten, Beobachtungen und Bedenken nicht für sich zu behalten, sondern frühzeitig an Herrn Okafor weiterzugeben, der das Projekt auf unserer Seite koordiniert.

Für alle, die sich ein genaueres Bild machen möchten, bieten wir am 12. Februar um 15 Uhr eine Begehung der Zweigstelle an, bei der die technische Ausstattung vorgestellt wird. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Projekt nicht nur neue Zielgruppen erreichen, sondern auch zeigen können, dass Bibliotheken sich weiterentwickeln, ohne ihre Grundsätze aufzugeben.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. Miriam Kowalczyk

Leitung Stadtbibliothek

  1. Was ist der Hauptzweck der E-Mail?

  2. Was ändert sich ab dem 1. März in der Zweigstelle?

  3. Welche Aussage über das erwähnte Gerücht ist richtig?

  4. Die Öffnungszeiten „gehen an deren Alltag vorbei“. Was ist damit gemeint?

  5. Welches weitere Motiv für das Projekt nennt die E-Mail?

  6. Welche Frage ist laut der E-Mail noch nicht abschließend geklärt?

  7. Was trifft auf die geplante Zwischenbilanz zu?

Part 3: Short story

Read the short story and answer questions 15–20. Pay attention to what is implied, not only to what is said.

Die Wetterhefte

Als Jonas am Samstagmorgen die Wohnung seines Großvaters betrat, standen die Umzugskartons bereits gestapelt im Flur, beschriftet in jener steilen, etwas altmodischen Handschrift, die er seit seiner Kindheit kannte: Küche. Bücher. Unwichtig.

„Den letzten kannst du gleich zum Container bringen“, sagte der Großvater, ohne von seiner Zeitung aufzusehen. Er hatte sich mit dem Umzug in die kleinere Wohnung am Fluss erstaunlich schnell abgefunden, schneller jedenfalls, als die Familie erwartet hatte. Nur über das, was er mitnehmen würde, wollte er nicht reden. „Das entscheide ich“, hatte er am Telefon gesagt, und damit war das Thema erledigt gewesen.

Jonas hob den Karton an. Er war schwerer, als er aussah. Im Treppenhaus siegte die Neugier, und er klappte den Deckel auf. Darin lagen, sorgfältig nach Jahren geordnet, Dutzende schmaler Schulhefte. Auf jeder Seite standen Datum, Uhrzeit, Temperatur, dazu knappe Bemerkungen: Nebel bis Mittag. Erster Frost. Die Schwalben sind zurück. Die frühesten Einträge stammten aus einem Jahr, in dem Jonas' Mutter noch nicht geboren war.

Er setzte sich auf die Treppe und blätterte. Zwischen den Zahlen tauchten bald andere Sätze auf, kaum auffälliger als die Wetterangaben, aber von anderer Art. Regen. Marta hat die Stelle bekommen. Sonnig, windstill. Umzug in die Gartenstraße. Ein Hagelschauer am Nachmittag, und darunter, in derselben ruhigen Schrift: Heute ist Paul geboren. Paul war Jonas' Onkel. Jonas blätterte weiter und fand den Tag seiner eigenen Geburt, eingeklemmt zwischen Bodenfrost und einem Hinweis auf eine reparierte Dachrinne.

Es kam ihm vor, als läse er ein Tagebuch, das sich weigerte, eines zu sein. Kein Wort über Freude, keines über Angst. Und doch war alles da, wenn man wusste, wo man suchen musste.

Als er zurück in die Wohnung kam, den Karton noch in den Armen, sah der Großvater ihn lange an.

„Du solltest den doch wegbringen.“

„Warum ausgerechnet diese Hefte?“, fragte Jonas.

Der Großvater faltete die Zeitung zusammen, umständlicher als nötig. „In der neuen Wohnung gibt es keinen Garten. Kein Thermometer am Fenster. Was soll ich da noch aufschreiben?“ Er zuckte mit den Schultern. „Und wer liest schon das Wetter von vor fünfzig Jahren.“

Jonas stellte den Karton auf den Küchentisch, zwischen die eingewickelten Teller. Er dachte an die Hagelschauer, an die Schwalben, an den Onkel, der an einem stürmischen Tag zur Welt gekommen war.

„Ich“, sagte er.

Der Großvater erwiderte nichts. Aber als Jonas später die Kartons zum Auto trug, sah er, dass auf dem obersten das Wort Unwichtig durchgestrichen war. Darüber stand, in steiler Handschrift: Jonas.

  1. Wie geht der Großvater mit seinem Umzug um?

  2. Was enthalten die Hefte?

  3. „Es kam ihm vor, als läse er ein Tagebuch, das sich weigerte, eines zu sein.“ Was meint Jonas damit?

  4. Der Großvater faltet die Zeitung „umständlicher als nötig“ zusammen. Was deutet das an?

  5. Was drückt Jonas mit seiner Antwort „Ich“ aus?

  6. Was zeigt das Ende der Geschichte?

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About this test

This C1 German reading comprehension test has three original texts in different genres: a magazine feature, a formal workplace email and a literary short story. Twenty multiple-choice questions test gist, detail, inference, tone and vocabulary in context. It suits advanced learners preparing for C1 exams and teachers who need a ready-to-print assessment.

Topics covered

Reading comprehensionFeature articleFormal emailShort storyInferenceVocabulary in contextIdiomatic expressions

How to use this test

  1. Download the PDF and print it, or take the test online below.
  2. Answer every question without a dictionary or time pressure.
  3. Check your answers and note the topics you need to review.

Notes for teachers

Allow about 45 minutes, or set each section on its own as a 15-minute task. Many distractors repeat words from the text but distort the meaning, so learners must read for precise meaning rather than match keywords. The story section focuses on implied meaning (gestures, understatement, the ending), which C1 learners often find hard. As follow-up, ask students to explain the idioms (e.g. „nur die halbe Miete“, „an etwas vorbeigehen“) in their own words, or to write a reply to the email.